Berühmte Frauen im 16. Jahrhundert

Das 16. Jahrhundert war eine Zeit des Umbruchs – Reformation, Renaissance und die ersten weltumspannenden Reiche. Mittendrin standen Frauen, die Königreiche regierten, Heere führten, über den rechten Glauben stritten, malten und dichteten: von Anne Boleyn über die Malerin Artemisia Gentileschi bis zur Mogulherrscherin Nur Jahan.

  • Eine Frau des 17. Jarhunderts mit Feder in der Hand, korallfarbenem Oberteil und braunen Haaren

    Artemisia Gentileschi

    Vergessen für 300 Jahre, heute eine weltberühmte Barockmalerin

Europa: Höfe, Reformation und Renaissance

Wie eine Frau lebte, hing stark von Weltregion und Kultur ab. Dieser erste Teil blickt auf Europa; die späteren Kapitel führen dann ins Osmanische Reich, nach Asien, Afrika und Amerika.

Wie lebten Frauen im Europa des 16. Jahrhunderts? Zwischen Reformation, Renaissance und Hof

Für die meisten Europäerinnen bestimmte weiterhin der Haushalt das Leben. Rechtlich stand eine Ehefrau unter der Vormundschaft ihres Mannes, ihr Handlungsspielraum hing von Stand, Region und Familie ab. Trotzdem verschob das Jahrhundert einige Grenzen. Die Reformation hob die Klöster in protestantischen Gebieten auf und nahm damit vielen Frauen einen alten Bildungs- und Rückzugsort – zugleich wertete sie die Ehe und die Rolle der Pfarrfrau auf. Der Humanismus wiederum brachte einer schmalen Schicht adliger und bürgerlicher Töchter Zugang zu Latein, Musik und Malerei.

Auch wirtschaftlich waren Frauen präsent. Sie führten Werkstätten, betrieben Handel und organisierten das Verlagswesen ganzer Gewerbe. Barbara Uthmann aus dem sächsischen Annaberg gilt der Überlieferung nach als treibende Kraft hinter dem Bortenklöppeln im Erzgebirge und beschäftigte Ende des 16. Jahrhunderts Hunderte Klöpplerinnen – ein frühes Beispiel weiblichen Unternehmertums, das bis heute mit der erzgebirgischen Spitze verbunden wird.

Die sechs Frauen Heinrichs VIII.

Kaum eine Gruppe von Frauen ist bekannter als die sechs Ehefrauen des englischen Königs Heinrich VIII. Ein englischer Merkvers fasst ihre Schicksale zusammen: „Divorced, beheaded, died, divorced, beheaded, survived“ – geschieden, geköpft, gestorben, geschieden, geköpft, überlebt.¹

Katharina von Aragón, spanische Prinzessin und erste Gemahlin, war die Mutter der späteren Königin Maria I. Heinrichs Wunsch, die Ehe für ungültig erklären zu lassen, führte zum Bruch mit Rom und zur englischen Reformation. Für sie kam Anne Boleyn, die Mutter der späteren Elisabeth I. Als auch sie keinen Sohn zur Welt brachte, ließ Heinrich sie 1536 wegen angeblichen Ehebruchs und Hochverrats hinrichten.² Jane Seymour gebar 1537 endlich den ersehnten Thronfolger Eduard VI. und starb zwölf Tage nach der Geburt. Die vierte Ehe mit Anna von Kleve wurde nach wenigen Monaten geschieden; sie überlebte den König um viele Jahre. Catherine Howard endete 1542 wie Anne Boleyn auf dem Schafott. Die sechste Frau, Catherine Parr, überlebte Heinrich, veröffentlichte religiöse Schriften unter eigenem Namen und gehört damit zu den ersten Autorinnen des englischen Buchdrucks.

Königinnen der Tudor-Zeit: England und Schottland

Nach Heinrichs Tod regierten in England erstmals Frauen aus eigenem Recht. Maria I. stellte ab 1553 den Katholizismus wieder her und ließ zahlreiche Protestanten verbrennen, was ihr den Beinamen „Bloody Mary“ eintrug. Zwischen ihr und dem Thron hatte für neun Tage Lady Jane Grey gestanden, die als Sechzehnjährige zur Königin ausgerufen und 1554 hingerichtet wurde. Auf Maria folgte ihre Halbschwester Elisabeth I. Sie regierte fünfundvierzig Jahre, festigte die anglikanische Kirche, blieb unverheiratet als „Virgin Queen“ und erlebte 1588 den Sieg über die spanische Armada; ihre Zeit gilt als goldenes Zeitalter der englischen Literatur.³

In Schottland herrschte Maria Stuart, Königin schon als Säugling und zeitlebens Rivalin Elisabeths. Nach Aufständen floh sie nach England, wo Elisabeth sie fast zwei Jahrzehnte gefangen hielt und 1587 wegen einer Verschwörung enthaupten ließ.⁴ Ihren Anspruch auf den englischen Thron leitete Maria von Margaret Tudor ab, der Schwester Heinrichs VIII. und Königin von Schottland. Deren Enkelin Margaret Douglas, Countess of Lennox, wurde ihrerseits zur Großmutter des späteren Königs Jakob I. Für die minderjährige Maria Stuart hatte zuvor ihre Mutter Mary of Guise die Regentschaft geführt.

Nicht alle mächtigen Frauen dieser Zeit trugen eine Krone. Bess of Hardwick stieg durch geschickte Ehen zur reichsten Frau Englands nach der Königin auf und ließ mit Hardwick Hall einen der prächtigsten Landsitze des Landes errichten. Mary Sidney, Countess of Pembroke, übersetzte die Psalmen in englische Verse und wurde zu einer der ersten literarisch anerkannten Autorinnen Englands. Ganz eigene Wege ging die Irin Grace O’Malley (Gráinne Ní Mháille): Als Klanführerin befehligte sie eine eigene Flotte, trotzte dem englischen Zugriff und verhandelte 1593 in London persönlich mit Elisabeth I.

Herrscherinnen und Regentinnen des europäischen Festlands

Auf dem Kontinent lenkten Frauen ganze Reiche. In Frankreich wurde Katharina von Medici nach dem Tod ihres Mannes zur Regentin und blieb über zwei Jahrzehnte die eigentliche Macht hinter dem Thron ihrer Söhne – bis in die Katastrophe der Bartholomäusnacht 1572.⁵ Am selben Hof prägte Diane de Poitiers als Favoritin Heinrichs II. Kunst und Politik, während Gabrielle d’Estrées Ende des Jahrhunderts die Geliebte Heinrichs IV. war.

Im kleinen Königreich Navarra sammelten sich die Kräfte der Reformation. Marguerite de Navarre, Schwester des französischen Königs Franz I., schützte Humanisten und verfasste mit dem Heptaméron eine berühmte Novellensammlung. Ihre Tochter Jeanne d’Albret machte den Calvinismus zur Staatsreligion Navarras und wurde zur Führungsfigur der Hugenotten; ihr Sohn bestieg als Heinrich IV. den französischen Thron. Auch dessen Schwester Catherine de Bourbon hielt zeitlebens am protestantischen Glauben fest.

In Spanien hatte noch im späten 15. Jahrhundert Isabella I. von Kastilien den Grund gelegt – mit der Eroberung Granadas 1492, der Finanzierung des Kolumbus und der Einrichtung der Inquisition; ihre Herrschaft endete 1504.⁶ Das 16. Jahrhundert gehörte dann ihrer Tochter Johanna, als „die Wahnsinnige“ in die Geschichte eingegangen: rechtmäßige Königin von Kastilien, doch jahrzehntelang in Tordesillas festgehalten, während ihr Sohn als Kaiser Karl V. regierte.

Für Karl V. verwalteten gleich mehrere Frauen die habsburgischen Niederlande: seine Tante Margarete von Österreich, die ihn miterzog und 1529 den „Damenfrieden“ von Cambrai aushandelte, danach seine Schwester Maria von Ungarn und schließlich seine Tochter Margarete von Parma, unter der die Unruhen im Vorfeld des niederländischen Aufstands begannen. Als Gemahlinnen zogen Frauen aus halb Europa an die großen Höfe: Anna von Österreich wurde die vierte Frau des spanischen Königs Philipp II., dem zuvor schon Elisabeth von Valois als Königin zur Seite gestanden hatte; Elisabeth von Österreich heiratete den französischen König Karl IX. In Polen modernisierte die aus Italien stammende Königin Bona Sforza Wirtschaft und Hofkultur; ihre Tochter Katharina Jagiellonica wurde Königin von Schweden, und Anna Jagiellonica regierte Polen aus eigenem Recht mit. In Italien schließlich verteidigte Caterina Sforza, die Herrin von Forlì, ihre Territorien mit den Waffen und gilt als eine der kämpferischsten Fürstinnen der Renaissance.

Die Reformatorinnen: Frauen der Reformation

Die Glaubensspaltung war auch eine Sache der Frauen. Am bekanntesten ist Katharina von Bora, die als entlaufene Nonne Martin Luther heiratete, den großen Haushalt im Wittenberger „Schwarzen Kloster“ führte und zum Vorbild des evangelischen Pfarrhauses wurde.⁷ Andere griffen selbst zur Feder. Die bayerische Adelige Argula von Grumbach verteidigte 1523 in gedruckten Schreiben einen der Ketzerei beschuldigten Studenten und gilt als erste protestantische Schriftstellerin. In Straßburg schrieb Katharina Zell für die Priesterehe und kümmerte sich um Glaubensflüchtlinge, und Wibrandis Rosenblatt war nacheinander mit gleich drei führenden Reformatoren verheiratet. Aus Italien flohen die Gelehrte Olympia Fulvia Morata und, unter dem Schutz der Herzogin Renata von Ferrara, zahlreiche Anhänger Calvins. Auch fürstliche Frauen im Reich stellten sich hinter die neue Lehre: Elisabeth von Braunschweig-Calenberg führte in ihrem Land die Reformation ein und verfasste eigene Regierungs- und Trostschriften, und Sibylle von Kleve, Kurfürstin von Sachsen und Schwester Anna von Kleves, hielt als Gemahlin Johann Friedrichs des Großmütigen fest zu den Protestanten.

Auch die katholische Seite hatte ihre Stimmen. Die Nürnberger Äbtissin Caritas Pirckheimer, eine gebildete Humanistin, verteidigte ihr Kloster gegen die erzwungene Auflösung und hielt ihre Erlebnisse in ihren „Denkwürdigkeiten“ fest. Die Genfer Nonne Jeanne de Jussie schrieb eine Chronik über den Widerstand gegen die Reformation in ihrer Stadt, während Ursula von Münsterberg ihren Austritt aus dem Kloster öffentlich rechtfertigte. Angela Merici gründete 1535 in Brescia die Ursulinen, den ersten Frauenorden für die Mädchenbildung. In England zahlte Anne Askew den höchsten Preis: Als Protestantin wurde sie gefoltert und 1546 auf dem Scheiterhaufen verbrannt; ihr Bericht über die Verhöre wurde nach ihrem Tod gedruckt.

Malerinnen der Renaissance

Die Kunst blieb Männern vorbehalten – bis einige Frauen den Zunftzwang durchbrachen. Sofonisba Anguissola aus Cremona war die erste Malerin, die internationalen Ruhm erlangte; Michelangelo förderte sie, und König Philipp II. holte sie als Hofmalerin und Vertraute der jungen Königin Elisabeth von Valois nach Madrid.⁸ Lavinia Fontana aus Bologna führte eine eigene Werkstatt, malte öffentliche Altarbilder und arbeitete zeitweise für den päpstlichen Hof in Rom. Die Flämin Caterina van Hemessen schuf 1548 das früheste bekannte Selbstbildnis einer Künstlerin an der Staffelei, und ihre Landsfrau Levina Teerlinc wirkte als gefragte Miniaturmalerin am englischen Hof.

Andere hinterließen ihr Werk in Stein und Kupfer. Die Bologneserin Properzia de‘ Rossi war eine der wenigen Bildhauerinnen ihrer Zeit und die einzige Frau, der Giorgio Vasari in seinen Künstlerbiografien ein eigenes Kapitel widmete. Diana Scultori aus Mantua zählte zu den ersten Frauen, die Kupferstiche unter eigenem Namen signierten, und Fede Galizia gehörte zu den Pionierinnen des Stilllebens. Über das Jahrhundert hinaus weist schließlich Artemisia Gentileschi, die bereits dem 17. Jahrhundert und dem Barock angehört; ihre dramatischen Bilder zählen heute zu den berühmtesten Werken einer Malerin überhaupt.

Dichterinnen, Denkerinnen und Kurtisanen

In Italien blühte die Frauendichtung. Vittoria Colonna, Freundin und Briefpartnerin Michelangelos, galt als bedeutendste Lyrikerin ihrer Zeit. Die Venezianerin Gaspara Stampa hinterließ einen Zyklus leidenschaftlicher Liebesgedichte, und Tullia d’Aragona verband das Leben einer gefeierten Kurtisane mit einem philosophischen Dialog über die Liebe. Veronica Franco, ebenfalls Kurtisane und Dichterin in Venedig, verteidigte in ihren Versen und Briefen selbstbewusst die Sache der Frauen und musste sich vor der Inquisition verantworten. Als Schauspielerin und Autorin machte Isabella Andreini die Commedia dell’arte in ganz Europa berühmt, und Moderata Fonte legte mit „Il merito delle donne“ (Der Wert der Frauen) eine frühe Streitschrift für die weibliche Bildung vor.

Nördlich der Alpen bildete die Stadt Lyon ein eigenes Zentrum: Dort schrieben Louise Labé, die „schöne Seilerin“, und Pernette du Guillet ihre vielgerühmten Gedichte. Über die Dichtung hinaus prägten Frauen die Renaissance als Mäzeninnen und Musikerinnen. Isabella d’Este, Markgräfin von Mantua, sammelte Kunst und Gelehrte um sich und wurde zur „ersten Dame der Renaissance“. Und Maddalena Casulana war 1568 die erste Komponistin, deren Werke gedruckt und veröffentlicht wurden.

Kleidung und Frisuren an den Höfen Europas

An den europäischen Höfen drückte die Kleidung vor allem den Stand aus; überliefert ist sie uns vor allem durch Porträts. Prägend war die spanische Mode: der steife Reifrock (Verdugado), ein festes Mieder, das den Oberkörper flach formte, und die hohe, gefältelte Halskrause. Dazu kamen kostbare Stoffe wie Samt und Brokat, während strenge Kleiderordnungen genau festlegten, welcher Stand welche Farben und Materialien tragen durfte. Der spanische Hof bevorzugte gedecktes Schwarz, die italienischen und französischen Höfe zeigten mehr Farbe.

Bei den Frisuren galt langes Haar als Schönheitsideal, in der Öffentlichkeit wurde es jedoch meist bedeckt oder streng zurückgesteckt getragen. In England setzte die Gable Hood, eine giebelförmige Haube, früh den Ton, bevor die elegantere französische Haube (French Hood) in Mode kam. Zum Ende des Jahrhunderts wurden die Frisuren am Hof aufwendiger und höher toupiert – Elisabeth I. mit ihren roten Perücken wurde zum vielkopierten Vorbild.

Das Osmanische Reich: die „Herrschaft der Frauen“

Am Sultanshof gewannen die Frauen im 16. Jahrhundert so viel Einfluss, dass Historiker von einer eigenen Epoche sprechen – der „Herrschaft der Frauen“ (Kadınlar Saltanatı). Am Anfang stand Roxelane, genannt Hürrem. Als ehemalige Sklavin wurde sie gegen alle Tradition die rechtmäßige Ehefrau Sultan Süleymans des Prächtigen, gewann politischen Einfluss und wurde zur ersten Haseki Sultan.⁹ Ihre Tochter Mihrimah Sultan zählte zu den reichsten und mächtigsten Frauen des Reiches und ließ durch den Baumeister Sinan große Moscheen errichten. Als einflussreiche Valide Sultan, als Sultansmütter mit weitreichender Macht, folgten die aus Venedig stammende Nurbanu Sultan und danach Safiye Sultan, die Gemahlin Murads III., deren Einfluss bis um 1600 reichte. Diese „Herrschaft der Frauen“ setzte sich noch bis weit ins 17. Jahrhundert fort – etwa mit der Regentin Kösem, die von 1623 bis 1651 die Staatsgeschäfte lenkte. Am Hof kleidete man sich in weite Gewänder wie das Entari, den Kaftan und die Pluderhose Şalvar.

Asien: Mogulinnen, Dichterinnen und Kriegerinnen

In Indien prägten Frauen das Mogulreich weit über den Harem hinaus. Gulbadan Begum, Tochter des Reichsgründers Babur und Tante Kaiser Akbars, verfasste das Humayun-nama – die einzige überlieferte Geschichtsschreibung aus der Feder einer Mogulfrau des 16. Jahrhunderts. In Akbars jungen Jahren lenkte zeitweise seine mächtige Amme Maham Anga die Regierungsgeschäfte. Andere Frauen führten Heere: Rani Durgavati, die Königin von Gondwana, nahm sich 1564 nach ihrer Niederlage gegen die Moguln selbst das Leben,¹⁰ und Chand Bibi verteidigte 1595 die Festung Ahmednagar gegen deren Übermacht. Verehrt wurde zugleich die Dichterin und Mystikerin Mirabai, deren Lieder an den Gott Krishna bis heute gesungen werden.

Auch im übrigen Asien traten Frauen hervor. Am persischen Safawidenhof zog Prinzessin Pari Khan Khanum als geschickte Strategin die Fäden der Thronfolge. In China veröffentlichte die Ärztin Tan Yunxian ihre Krankengeschichten und behandelte vor allem Patientinnen, während die Kurtisane und Malerin Ma Xianglan für ihre Orchideenbilder und Gedichte berühmt wurde. Im koreanischen Joseon-Reich gilt Shin Saimdang bis heute als Vorbild an Bildung und Kunst – ihr Porträt ziert die 50.000-Won-Banknote –, und die Dichterin und Gisaeng Hwang Jini wird für ihre Verse verehrt. Im Japan der streitenden Reiche bestimmten Frauen wie Oichi und ihre Tochter Yodo-dono das Schicksal mächtiger Klans; die zum Christentum übergetretene Hosokawa Gracia wurde für ihren Glauben berühmt. Und im südostasiatischen Sultanat Patani begann 1584 mit Raja Hijau, der „Grünen Königin“, eine lange Reihe regierender Königinnen. Auch die Kleidung folgte eigenen Traditionen – im Japan der Sengoku-Zeit das Kosode, der Vorläufer des Kimonos, in Indien der Sari und am Mogulhof lange Tuniken über weiten Hosen.

Afrika: Königinnen und Königinmütter

Auf dem afrikanischen Kontinent hielten Frauen mächtige Ämter. Im Königreich Benin, im heutigen Nigeria, führte Idia als erste Iyoba, als Königinmutter, einen eigenen Hofstaat und stellte für ihren Sohn, den Oba Esigie, Truppen ins Feld; die berühmte Elfenbeinmaske aus Benin zeigt ihr Bildnis. Von der Hausa-Stadt Zazzau wird die Kriegerkönigin Amina überliefert, die – meist ins 16. Jahrhundert datiert – ihr Reich durch Feldzüge ausdehnte. Im christlichen Äthiopien führte Kaiserin Eleni über Jahrzehnte als Regentin die Politik und suchte früh ein Bündnis mit Portugal gegen die muslimischen Nachbarreiche. Über das 16. Jahrhundert hinaus wirkte schließlich Nzinga: Die um 1583 geborene Königin von Ndongo und Matamba (im heutigen Angola) widerstand vor allem im 17. Jahrhundert als Diplomatin und Feldherrin dem Vordringen der Portugiesen.¹¹

Amerika: zwischen Eroberung und Widerstand

In der Neuen Welt fiel Frauen in den Jahren der Eroberung eine schwierige Rolle zu. Am bekanntesten ist Malinche, eine Frau von Nahua-Adel, die als Dolmetscherin und Beraterin des Eroberers Hernán Cortés wirkte – eine Schlüsselfigur der Eroberung Mexikos, deren Rolle bis heute umstritten ist.¹² Schon an der Schwelle zum Jahrhundert hatte die Taíno-Herrscherin Anacaona auf Hispaniola gedichtet und regiert, bevor die Spanier sie 1503 hinrichten ließen. Isabel Moctezuma, Tochter des Aztekenherrschers Moctezuma II., wurde nach dem Fall Tenochtitláns zur Brückenfigur zwischen den Welten. Und im Andenreich der Inka kämpfte Cura Ocllo an der Seite ihres Mannes Manco Inca gegen die spanische Herrschaft, bis sie 1539 getötet wurde.

Bildquellen:

Keine

Textquellen:

  1. „The six wives of Henry VIII“. Encyclopædia Britannica
  2. „Anne Boleyn“. Encyclopædia Britannica
  3. „Elizabeth I“. Encyclopædia Britannica
  4. „Mary, Queen of Scots“. Encyclopædia Britannica
  5. „Catherine de‘ Medici“. Encyclopædia Britannica
  6. „Isabella I – Queen of Spain“. Encyclopædia Britannica
  7. „Katharina von Bora (1499–1550)“. Encyclopedia.com
  8. „This Italian artist became the first female superstar of the Renaissance“. National Geographic
  9. „Roxelana“. Encyclopædia Britannica
  10. „Durgawati (gest. 1564)“. Encyclopedia.com
  11. „Nzinga“. Encyclopædia Britannica
  12. „Was La Malinche, Indigenous Interpreter for Conquistador Hernán Cortés, a Traitor, Survivor or Icon?“. Smithsonian Magazine